Dienstag, 8. November 2011

Karma soll weggehen.

Lang ist's her, nicht aus Mangel an Ereignissen, sondern eher dem Gegenteil davon. Das Schicksal ist schon manchmal ein ziemliches Arschloch; wenn man wie ich (wenn auch eher heimlich und nicht unbedingt offensiv/fanatisch) der Karma-Theorie anhängt, umso mehr.
In meinem letzten Post behandelte ich ja bereits die große Frage "Warum der, und der aber nicht!?". Diese Frage stellt sich nun in meinem Privatleben mit noch größerer Dringlichkeit. Ohne ins Detail gehen zu wollen, darf ich sagen, daß der liebe alte Herr Murphy, der mir schon in den letzten 2 Jahren ein zwar lehrreicher, aber dennoch unliebsamer Lebensbegleiter war, schon wieder feist aus meinem Rucksack grinst, und nicht nur mir, sondern vor allem meinen Lieben dornengespickte Knüppel zwischen die Beine wirft. Ich kann nur hoffen, daß er es wie bislang mit der Prämisse hält, größtmöglichen Schrecken samt Verdruß zu verbreiten, um dann letzten Endes den Kollateralschaden doch deutlich geringer zu halten als befürchtet. (Allerdings hat er sich zum jetzigen Zeitpunkt schon ausgesprochen weit aus dem Fenster gelehnt.)
Mit dieser Situation einher gehen zahlreiche side effects, wie der neudeutsche Mediensack so gerne sagt. Wenn man eine Beziehung beendet, ohne sie aufgrund gemeinsamer Verpflichtungen wirklich endgültig beenden zu können, zieht das zumeist schon für sich genommen eine schmerzhafte finanzielle Enge nach sich. Trifft nun den ehemaligen Lebenspartner auch noch eine schwere gesundheitliche Beeinträchtigung,  die ihm für geraume Zeit seine freiberufliche Tätigkeit verwehrt, dann fängt das Konto an zu japsen; meines läuft gerade puterrot an (und das in der ersten Woche des Kalendermonats).
Nun hätte ich gerne mein Leben neu ordnen wollen - angefangen bei meinem Privatleben, das sich nun mißachtet und ausgehungert wieder an den Katzentisch verkrümeln muß, über die bereits angesprochenen Finanzen, die ich ganz gern geordnet gesehen hätte, bis hin zu einem längst überfälligen beruflichen Neuanfang, der eines gewissen monetären und energetischen Polsters bedürfte.
Nix da, sagt das Schicksal, du setzt dich jetzt hin und ziehst das durch, bist für deine Ex und die Kinder da und gewöhnst dir gefälligst auch ab, dauernd so leckeres Zeug zu essen oder mit irgendwelchen dahergelaufenen Bekannten sogenannte Kneipen zu frequentieren. Das ist eh nichts für dich, nicht mehr in deinem Alter. Bleib zu Hause, sortier deine Plattensammlung nach Farbe oder Erscheinungsjahr, lies endlich die Bücher auf dem "to do"-Stapel, suhl dich in deiner Depression, die dir von deinen Vorgesetzten (denen du ja eigentlich längst den Stinkefinger hättest zeigen wollen) genüßlich induziert wird, und halte dich bereit, falls du als Organisationsjoker oder Trösterle gebraucht wirst.
Klar, es kann einen noch schlimmer treffen. Siechend. Tödlich. Ohne Hoffnung. Ich weiß. das sag ich mir auch die ganze Zeit, und es hilft sogar.
Am schlimmsten ist ohnehin die Angst, daß es auch so kommt. Herr Ober, bitte ein Prozac.